4.eupax Tagung – Wir im Dialog

Open Space – Raum und Zeit für Deine Themen

4.Internationale eupax Fachtagung in Wermelskirchen bei Köln

für Gewaltberater_innen Phaemoberater_innen und -therapeuten_innen

Freitag 13.03. 16:00 Uhr – Sonntag 15.03.2020 14:00 Uhr

Tagungshaus Maria in der Aue
In der Aue 1
D-42929 Wermelskirchen
€ 320.- Tagungsgebühr incl. Übernachtung und Vollverpflegung
€ 270.- für eupax Mitglieder

Anmeldung an: lempert@eupax.eu
Anmeldungen sind nur für die gesamte Tagung möglich

Emmendingen – neues Beratungsangebot für Jungen und Männer

Für Männer in Krisensituationen

Sorge, dass häusliche Gewalt wegen Corona zunimmt

Landkreis Emmendingen. Der Caritasverband für den Landkreis Emmendingen e.V. bietet seit Februar 2020 eine Beratung für gewaltbereite Jungen und Männer an. Nur wenige Wochen nach Beginn des Projektes ist die Beratungsstelle aufgrund der Corona-Krise nur noch telefonisch erreichbar.

Für den Projektleiter Jonas Muth ist das Angebot aber gerade jetzt wichtiger denn je. „In einer Krise ist es normal, dass aggressives Verhalten zunimmt“, sagt Muth. „Aggression ist nicht grundsätzlich negativ. Sie versetzt die Menschen in die Lage, sich aktiv mit der Krise oder Notlage auseinanderzusetzen, statt hilflos und passiv zu werden.“ Wichtig ist aber, dass man einen geeigneten Umgang mit Aggression findet. „Gewalt gegenüber Familienangehörigen und Partnern oder gegen sich selbst ist nie eine Lösung“, so Muth.

Er geht trotzdem davon aus, dass die Fälle von häuslicher Gewalt in den kommenden Wochen zunehmen werden. „Weniger soziale Kontakte, Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Familie und Freunde, der drohende Verlust des Arbeitsplatzes und das dauerhafte Zusammenleben auf teilweise engem Raum können schnell zu einem Gefühl der Überforderung führen.“ Muth legt deshalb Männern, die sich aufgrund der aktuellen Lage in einer persönlichen Notlage befinden und gewalttätig geworden sind oder Sorge haben, dass sie gewalttätig werden, nahe, sich beim Caritasverband zu melden.

Als Pädagoge, Systemischer Berater sowie Jungen-, Männer- und Gewaltberater bietet Muth Begleitung durch die schwere Zeit an: „Natürlich haben wir nicht für alles gleich eine Lösung, aber wir werden gemeinsam nach gewaltfreien Wegen suchen“, so Muth. Er glaubt, dass frühzeitige Gesprächsangebote mögliche Gewalttaten verhindern können. „Aus eigener Erfahrung weiß ich: Reden hilft – auch und gerade in besonders schwierigen Situationen.“

Das Projekt für gewaltbereite Jungen und Männer ist das erste offene Beratungsangebot im Landkreis Emmendingen, das sich gezielt an Männer und Jungen ab 14 Jahren richtet. Dabei haben die Männer die Möglichkeit der Unterhaltung von Mann zu Mann.

  • Die Beratungsstelle für gewaltbereite Jungen und Männer ist von Montag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr unter der Telefonnummer +49-7641 – 921 41 43 erreichbar.
  • Eine Beratung kann selbstverständlich auch anonym stattfinden. Kosten fallen, außer den Telefongebühren, keine an. Videogespräche sind nach Vereinbarung möglich.
  • Wer nicht telefonieren möchte, kann sich auch per Mail an den Berater wenden: jonas.muth@caritas-emmendingen.de

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Weitere Informationen finden Sie unter www.caritas-emmendingen.de/hilfe-beratung

Jonas Muth
Beratung für gewaltbereite Jungen und Männer
+49-7641-9214143

3. internationale eupax Tagung 2019


3. Internationale eupax Fachtagung „Im Dialog – aus der Praxis für die Praxis“

Zum Tod von Burkhard Oelemann

Am 21.02.2018 ist Burkhard infolge einer schweren Erkrankung gestorben. Zwischen der Diagnose und seinem Tod lagen genau acht Wochen. Er starb kurz vor seinem achtundfünfzigsten Geburtstag.

Wir verlieren einen langjährigen Weggefährten und Mitbegründer der Gewaltberatung.

In Gedanken an viele gemeinsame Erlebnisse bin ich in stiller Trauer

Joachim Lempert

„Wenn die Umstände passen, sind wir Menschen in der Lage zu töten…“

Angesichts der zunehmenden Terrorattacken im europäischen Raum suchen wir nach Erklärungen für diese Phänomene. Auf einer dieser Suchaktionen bin ich im Netz auf das u.a. Interview mit  dem Psychotherapeut Jan Ilhan Kizilhan gestoßen. Er behandelt Frauen und Kinder, die in den Fängen des „Islamischen Staats“ waren.

Ein Gespräch über Täter, Opfer und die Abgründe der menschlichen Psyche.

Auszüge aus dem INTERVIEW von Spektrum.de mit Professor Kizilhan (hier klicken):
„Man muss leider ganz klar sagen: Wenn die Umstände passen, sind wir Menschen in der Lage zu töten. Ich bin der Ansicht, dass sich, wenn wir wieder eine Diktatur in Deutschland hätten, auch heute noch ausreichend Leute fänden, die bereit wären, für das Regime zu foltern und zu morden.“

Ein Gespräch über Täter, Opfer und die Abgründe der menschlichen Psyche mit Jan Ilhan Kizilhan
(Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen und medizinisch-psychologischer Leiter eines Projekts des Landes Baden-Württemberg, das mehr als 1100 überwiegend jesidischen Frauen und Kindern, die in IS-Geiselhaft waren, eine kultursensible Traumatherapie ermöglicht.)

„Wir alle haben ein Potenzial für Gewalt und eines für Liebe. Welches wir nutzen, hängt von vielen Faktoren ab. Töten wir einen Menschen, müssen wir unser Handeln rechtfertigen. Dafür dient eine Ideologie, sei sie religiöser, ethnischer oder nationalistischer Natur. Ich habe mit einem Mann gesprochen, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern von Bosnien nach Rakka gezogen ist, um sich dem Heiligen Krieg anzuschließen. Tagsüber köpfte er Menschen und vergewaltigte jesidische Mädchen, abends war er ein fürsorglicher Familienvater, der seine Kinder liebte, wie ich meine.“

WAS SIND DIE MOTIVE?
„Es gibt immer Personen, die nach Ordnung suchen und es als große Erleichterung empfinden, wenn andere ihnen sagen, was zu tun ist. Sie gehorchen, wenn sie dafür ausreichend belohnt werden. Manchen Menschen bereitet es zudem regelrecht Freude, andere zu erniedrigen und zu quälen. Außerdem wissen wir aus verschiedenen Studien, dass Menschen, die misshandelt worden sind, später häufig selbst zu Gewalt neigen. Aber einige der Täter sind sozial und biografisch völlig unauffällig. Sie sind zuvor weder aggressiv in Erscheinung getreten noch waren sie selbst Opfer von Gewalt.“

wb

2. internationale eupax Tagung 2018

2. Internationale eupax Fachtagung am 04. – 06.05.2018 in Ludwigshafen / Mannheim
für Gewaltberater_innen Phaemoberater_innen -therapeuten_innen

Open Space – Raum und Zeit für Deine Themen

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