Kategorienarchiv: Aktuelles

Papst findet das Schlagen von Kindern okay

Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet! Wer kennt nicht diese weitläufig verbreitete Meinung, wenn es darum geht, das eigene Erziehungsverhalten zu rechtfertigen. Es gibt viele Diskussionen über die möglichen Folgen dieser Schläge. Unstrittig ist jedoch, dass sie Auswirkungen haben.

Jeder Schlag, den ein Kind aushalten muss, ist ein Schlag zuviel!
Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Nicht nur, weil ich in meiner eigenen Kindheit diese Erfahrung und ihre nachhaltigen Auswirkungen zu spüren bekam. Immer wieder sitzen Klienten in meiner Beratung, die gewalttätig gegen Menschen in ihrer Familie geworden sind und erzählen von den eigenen Kindheitserfahrungen, die nicht selten durch Schläge, regelmäßiges Anschreien, Schubsen, hartes und schmerzhaftes Zupacken gekennzeichnet war. Gewalt hat in der Erziehung nichts zu suchen, ist kontraproduktiv und ist letztlich ausschließlich Ausdruck für die eigene Hilflosigkeit, die Überforderung, die Ratlosigkeit oder für Stress, der mit der aktuellen Situation eigentlich nichts zu tun hat, von der Arbeit oder anderen Schauplätzen mit nach Haus mitgebracht wurde.

Das Kind ist das schwächste Glied einer Familie und kann sich nicht wehren. Es leidet still, wird ängstlich, zieht sich zurück, verliert das Vertrauen zu den Eltern oder der jeweiligen Erziehungsperson und nimmt diese Erfahrungen mit in sein späteres Leben. Es ist also im Interesse aller, wenn sich Eltern Hilfe und Rat holen.

Dazu gibt es vor Ort genügend Beratungsstellen.

Oder die e u l i n e – H o t l i n e gegen Gewalt 01805 439258, auch im Web www.euline .eu.

“ Häusliche Gewalt in Familien gibt es viel häufiger, als man glauben möchte. Und auch hier sind die Gründe an den unterschiedlichsten Baustellen zu suchen. Die größten Schwierigkeiten haben Familien, die nicht bereit sind, das Problem zu akzeptieren und der Meinung sind, sie müssten es alleine lösen. Natürlich gibt niemand gern zu, dass er überfordert ist und die Erziehung womöglich regelmäßig mit physischer oder psychischer Gewalt verbunden ist. Doch dieses Zugeben ist unumgänglich, wenn man etwas an der Situation ändern möchte. Denn so zwiespältig das auch klingen mag, viele Betroffene sind sich darüber bewusst, was für schlimme Schäden sie bei ihren Kindern anrichten. Aber sie trauen sich nicht, fremde Hilfe anzunehmen. Dieses Nicht-einsehen-wollen hat für die Kinder traumatische Konsequenzen, die womöglich unheilbare Folgen haben. Auch der eine kleine Klaps schadet dem Kind. Und jeder, der dazukommt, noch viel mehr.“
Weiteres im u.a. Artikel auf der Webseite von vaterfreuden.de

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

10 Jahre Streetlife / 10 Jahre euline – Erfolgreiches eupax-Treffen in Wolfsburg

Das Herbsttreffen der eupax_euline fand diesmal in einem außergewöhnlichen Rahmen statt. Zunächst waren die TN unseres Treffens Gäste bei der Jubiläumsfeier von  `Streetlife`, einem Vorzeige`projekt` zur Kriminalprävention der Stadt Wolfsburg, das schon lange durch seine belegbaren Erfolge den Charakter eines Projektes verloren hat und zu einer festen Instanz in dem Bemühen der Wolfsburger um ihre Jugendlichen geworden ist. Zahlreiche Repräsentanten der Stadt Wolfsburg, u.a. auch der Polizeipräsident und weitere Behördenvertreter_innen , machten diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg für die Initiatioren. Dies ist insbesondere unseren beiden Gewaltberatungskollegen in Anbetracht ihres Engagements von Herzen zu gönnen. Zudem haben sie sich ´sehr ins Zeug gelegt`, um diese Veranstaltung zu planen und mit starkem persönlichen Einsatz durchzuführen. Der Vortrag von J. Lempert mit dem Thema „Denken, Fühlen, Handeln – Männer in der Krise“, in dem es schwerpunktmäßig um die Grundlagen für das Gelingen von Veränderung geht, sowie weitere Beiträge zur sexualisierten Gewalt (Th. Hölscher) und zu den Rahmenbedingungen, personellen Ressourcen, dem Arbeitsansatz und den Schwierigkeiten einer Gewaltberatungspraxis im Rahmen eines Heimes für sexualisiert gewalttätige Jugendliche (kjg ebener, Bordesholm) machten diesen Tag auch für unsere TN zu einem attraktiven Event.

Am darauffolgenden Freitag würdigten die TN dann das 10-jährige Bestehen der Täterhotline euline. Am Vormittag trafen wir uns mit örtlichen Vertretern_innen aus Justiz, Polizei und Bewährungshilfe zu einem Fachgespräch mit dem Thema „Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern“, in dem es darum ging auszuloten, welche Wege eine funktionierende Kooperation von staatlichen Institutionen und professionellen Beratungseinrichtungen für gewalttätige Männer und Frauen braucht. Mit großer Freude können wir auf einen lebendigen, engagierten und informativen Austausch aller Beteiligten zurückblicken, der nicht nur bestehende Informationsdefizite beseitigen konnte und für eine verstärkte Publizität unseres Verbandes und unseres Arbeitsansatzes sorgte, sondern auch lebhafte inhaltliche Diskussionen aufwies, die unsere Erwartungen an dieses Treffen weit übertrafen.

Umso unerfreulicher war die Erfahrung, dass zu dem von uns für den im Anschluss geplanten und per Pressemitteilung angekündigten Gespräch mit Vertretern_innen der Presse niemand erschien. Angesichts des tags darauf in der örtlichen Zeitung erschienenen Kurz-Artikels zu der `Streetlife`-Veranstaltung, der von Mitarbeitern dieser Einrichtung nur mit einem resignierten Schulterzucken quittiert wurde, können wir vielleicht auch froh sein, dass wir von derartigen Presseerzeugnissen verschont blieben; nicht immer sind sie unserer Sache dienlich.

Mit einem derartigen Desinteresse an unseren Aktivitäten von Seiten der Medien vertraut, wandten wir uns am Nachmittag den aktuellen Themen für unser eupax_euline-Verbandstreffen zu. Diese wurden im Vorfeld von Gewaltberatern_innen sowie Tätertherapeuten_innen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland, die maßgeblich an der Arbeit und der Fortentwicklung des Arbeitsansatzes der eupax interessiert sind, vorgeschlagen und gesammelt.

Da das Protokoll zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht vorlag, kann auf die wesentlichen Ergebnisse dieses Treffens noch nicht eingegangen werden. Dies wird in der nächsten Zeit nachgeholt.

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Vorurteil Trampel und Täter – Radiosendung auf Bayern 2

Die Journalistin Doris Weber hat für einen Rundfunkbeitrag  auf BR 2 in der Reihe ‚Evangelische Perspektiven‘ u.a. auch ein Interview mit unserem Kollegen Hubert Frank, Mainz, geführt. Auszüge aus diesem Gespräch sind in dem u.a. podcast zu hören.

Angesichts der Bestrebungen der eupax, ausgehend von einem ‚Männertelefon‘ kompetente Männerberatung im deutschsprachigen europäischen Raum anzubieten, ist dieser Beitrag insofern interessant, als er auf die bestehenden Problematiken eines ‚verkorksten‘ Jungen- und Männerbildes in der Öffentlichkeit hinweist.

Ankündigungstext:

„Vorurteil Trampel und Täter – 20.07.2014

Das Bild in unseren Köpfen steht fest: Jungen und Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Männer wollen nur das eine. Unfug, sagt Doris Weber: Natürlich sind Jungen und Männer auch Opfer – aber sie sagen es nicht. Männer sind nicht nur Sexmaschinen. Nach Jahrzehnten der Frauenbewegung ist ein Geschlecht vergessen worden. Das liegt den Männern schwer auf der Seele. Und dann ist auch noch das christliche Gottesbild als arg männliche Projektion entlarvt worden. Wann ist ein Mann ein Mann? Ist es Zeit für eine neue Männerbewegung? Vorurteil Trampel und Täter, so ist die folgende halbe Stunde überschrieben.“

http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-evangelische-perspektiven.shtml

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Phaemopraxis Hildesheim

 

eupax Österreich

eupax Österreich ist soeben als eigener gemeinnütziger Träger im Firmenbuch eingetragen worden. So haben wir jetzt in Österreich ein Ansprechpartner und Träger vor Ort!

‚Damit der Gewaltausbruch ausbleibt‘ – Zeitungsartikel über Gewaltberatung in Hildesheim

Es hat lange gedauert und es bedurfte ein gerüttelt Maß an Geduld, Ausdauer und Langmut – nicht zu vergessen die zahlreichen Klinken, die es zu ‚putzen‘ galt, um Erfolg zu haben. Angesichts dieses nicht zu übersehenden Artikels in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung über unsere Hotline euline und meine Gewaltberatungsarbeit vor Ort am Beispiel eines Klienten, der zu einem Interview bereit war, hat sich der Aufwand gelohnt.

HAZ Artikel Gewaltberatung 15Mai2014

Meine Hoffnung ist, dass dies ein weiterer wichtiger Baustein in Richtung auf eine finanzielle Unterstützung der Hotline und der Gewaltberatungsarbeit in Hildesheim sein kann. In den letzten Wochen, also auch schon vor der Veröffentlichung in der Presse, stieg die Anzahl der Anrufer_innen, die über andere Institutionen oder Personen sowie über die Internetsuche auf mein Angebot gestoßen waren, in eklatanter Weise an. In den meisten Fällen scheiterte eine weitergehende Beratung an der Finanzierung; Teilfinanzierungen wären möglich gewesen.

Eine wichtige Erkenntnis aus diesen zahlreichen Nachfragen für mich war, dass es für Aggressions-Trainings bzw. Anti-Gewalt-Trainings (für Erwachsenen, Frauen wie Männer) sowie für Täter_innen von Straßengewalt keine weiteren Angebote gibt. Weiterhin kommen alle Täter häuslicher Gewalt, die im Schichtdienst arbeiten oder auf andere Weise unregelmäßige Arbeitszeiten haben, auf mich zurück, weil die Täterprogrammangebote zeitlich fixiert sind und Fehlzeiten zum Ausschluss führen. Dass die Täter-Programme finanziert werden, jedoch von ihrer Struktur her für viele Menschen in Arbeitsprozessen nicht in Frage kommen, für mein Angebot jedoch kein Geld zur Verfügung steht, ist ein für mich unverständliches Phänomen.

Ich arbeite daran.

Wolfgang Brandt

eupax Regionale Beratung Hildesheim

AggressionsCoaching Hildesheim

 

Presseerklärung der eupax zur Studie Gewalt gegen Frauen 2012 (Europ. Agentur f. Grundrechte)

Täterhotline verhindert Gewalt

Die Täterhotline euline arbeitet seit 10 Jahren erfolgreich. Menschen mit einem Gewaltproblem erhalten anonym, schnell und wirksam professionelle Unterstützung. Gewalt wird auf diese Weise dort bekämpft, wo sie entsteht: beim Täter.

Angesichts der Ergebnisse der Studie zur Gewalt gegen Frauen, die von der Europäischen Agentur für Grundrechte veröffentlicht wurden, verweist der Fachverband für Gewaltberatung und Tätertherapie EUPAX auf die Erfolge seiner Telefonhotline für Täter, die sich seit 10 Jahren als ein wirksames Angebot zur Krisenintervention und zum Schutz vor weiterer Gewalt erwiesen hat.

Laut Studie wenden sich nur 15 Prozent der Opfer von Gewalt an die Polizei. Ein Großteil der Gewalt im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis bleibt weitestgehend im Dunklen. Dass auch viele dieser Täter bereit sind, aus ihrem gewalttätigen Verhalten auszusteigen, zeigt die Erfahrung der Täterhotline. In 90% der Fälle erfolgt über sie eine Vermittlung an Gewaltberatungsstellen, die die Klienten befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Täterhotline      www.euline.eu

Fachverband     www.eupax.eu

Kontakt:

Joachim Lempert            +43 – (0)676 – 64 65 699

Wolfgang Brandt             +49 – (0)173 – 865 96 65

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