Tag: Gewaltberatungsstelle

Echte Männer reden – Einführung in die Jungen- und Männerarbeit

Ausgangslage

Männer haben keine Probleme, sie lösen sie! Sollten sie dazu nicht in der Lage sein, fällt es ihnen schwer, sich das einzugestehen. Denn das hieße: sich einzugestehen, überfordert oder hilflos zu sein. In Beratungsstellen sind Männer deutlich seltener anzutreffen. Eigenstän­dig suchen sie kaum Unterstützung auf. Männer unter sich teilen persönliche Probleme selten und es herrscht weiterhin die Devise vor: Wer mit seinen Problemen als Mann nicht alleine zu Recht kommt, sei ein Versager und kein richtiger Mann.
Die Folgen dieser Haltung sind oft dramatisch und füh­ren dazu, dass Männer in ihrem Verhalten sich selbst oder anderen gegenüber zerstörerisch handeln. Männer machen Dinge mit sich selbst aus und kompensieren Probleme durch gefährdendes Verhalten, wie Alkohol­ und Drogenmissbrauch. Obdachlosigkeit, Straffällig­keit, Spielsucht und Gewalttätigkeit gegen sich oder an­dere sind weitere Auswirkungen von denen in erster Linie Männer betroffen sind. Zwei Drittel aller Selbst­mörder sind männlich und auf der Suche nach Gemein­schaft schließen sie sich eher radikalen Gruppen an.
Dieses Verhalten ist nicht nur für die Männer selbst ei­ne Belastung, sondern auch für ihre Familien, Freunde und Kollegen.

Fortbildungsinhalte

In der Fortbildung beschäftigen wir uns neben den jun­gentypischen Sozialisationsbedingungen mit den Le­bensbedingungen und Themen (Beratungsanlässen), die Männer mitbringen. Wenn Männer es schaffen, einen ersten Schritt zu tun, ist es oft das erste Mal, dass sie sich jemandem anvertrauen. Deshalb ist insbeson­dere die Beziehungsgestaltung zwischen Berater und Mann und die besondere Bedeutung von Emotionen und der stimmige Umgang hiermit wertvoll für unsere Arbeit. Weiterhin werden wir die eigene geschlechtss­pezifische Rolle im Arbeitskontext betrachten. Eben die Tatsache, dass wir als Männer mit Männern arbeiten.

Ebenso wird es um die Frage gehen, wie wir Jungen und Männer motivieren können, sich frühzeitig um Hilfe und Unterstützung zu bemühen. Es wird weiterhin Raum geben, eigene Fragen und Erfahrungen aus der Arbeit einzubringen und konkrete Ideen für die prakti­sche Arbeit vor Ort mitzunehmen.

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Männer, die im berufli­chen Kontext mit Jungen und Männer zu tun haben
und mehr über die geschlechtssensible Dynamik unter Männer erfahren möchten.

Männer in Beratung

Frauen und Männer haben unterschiedliche Herange­hensweisen bei der Beziehungsgestaltung und bei der Bewältigung von Problemen und Krisen. Diese män­nerspezifischen Krisen und Problemlagen müssen da­her auch im Kontext sozialer Arbeit und von Beratungsangeboten Berücksichtigung finden. Für
Männer, die sich an eine Beratungsstelle wenden, spielt es daher durchaus eine zentrale Rolle, ob sie einem Mann oder einer Frau gegenübersitzen.

Unter dem Titel: Echte Männer reden. bietet der SKM seit vielen Jahren erfolgreiche Beratung von Mann zu Mann an.

Referenten

Rüdiger Jähne

Dip. Soz.Arb / Dipl.Soz.Päd. Jahrgang 1981, arbeitet als Referent für Jungen und Männerarbeit beim SKM Bundesverband. Er hat zu­vor in der Jugendgerichtshilfe, der Streetwork, der stationären und ambu­lanten Jugendhilfe sowie der Krisen­ und Gewaltberatung insbesondere mit Jungen und Männern gearbeitet. Er hat eine Weiterbildung als Jun­gen­, Männer­ und Gewaltberater abgeschlossen und berät seit Jahren Jungen und Männer, die sich Bera­tung von Mann zu Mann wünschen. In seiner Arbeit möchte er insbesondere die Eigenkräfte von Jungen und Männern stärken.

Andreas Moorkamp

Dipl. Pädago­ge, Gewaltberater und Phaemothera­peut ist Mitarbeiter des Caritasver­bandes für die Stadt Münster und dort tätig in der Krisen­ und Gewaltberatung für Männer und Jungen.
Nach ca. zehn Jahren Krisenarbeit mit Jungen im Rahmen der Inobhutnahme hat er in Müns­ter eine Täterberatungsstelle bei häuslicher Gewalt in Münster aufgebaut und ein Netzwerk von Beratungs­stellen für Männer und Jungen im Bistum Münster mit entwickelt. Er arbeitet in verschiedenen Gremien zur
geschlechtersensiblen Arbeit mit Männern und Jungen und ist als Referent in diesen Bereichen tätig.

Eröffnung eupax Beratungsstelle Linz

Konflikt – Krise – Gewalt sind die Themen, bei denen wir Ratsuchende unterstützen. Phaemotherapeutin Nicole Wöss stellte unseren Ansatz und Arbeitsweise einen interessierten Publikum bei der Eröffnungsverantstaltung vor:

Nicole Wöss

Nicole Wöss

Konflikte lösen lernen

Krisen bewältigen und wachsen

Gewalt beenden

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Nicole Wöss und Joachim Lempert

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Nach dem Fachvortrag von Joachim Lempert war Raum für Gespräch und Diskussion. Weitere Infos zur neuen Beratungsstelle finden Sie unter: eupax-Linz

euline Hotline

euline Hotline, Foto aus: Jakzus: F65.4 -Verbrechen / Misdeed / อาชญากรรม

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Fotos von Alexander Schwarz, Wien

10 Jahre Streetlife / 10 Jahre euline – Erfolgreiches eupax-Treffen in Wolfsburg

Das Herbsttreffen der eupax_euline fand diesmal in einem außergewöhnlichen Rahmen statt. Zunächst waren die TN unseres Treffens Gäste bei der Jubiläumsfeier von  `Streetlife`, einem Vorzeige`projekt` zur Kriminalprävention der Stadt Wolfsburg, das schon lange durch seine belegbaren Erfolge den Charakter eines Projektes verloren hat und zu einer festen Instanz in dem Bemühen der Wolfsburger um ihre Jugendlichen geworden ist. Zahlreiche Repräsentanten der Stadt Wolfsburg, u.a. auch der Polizeipräsident und weitere Behördenvertreter_innen , machten diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg für die Initiatioren. Dies ist insbesondere unseren beiden Gewaltberatungskollegen in Anbetracht ihres Engagements von Herzen zu gönnen. Zudem haben sie sich ´sehr ins Zeug gelegt`, um diese Veranstaltung zu planen und mit starkem persönlichen Einsatz durchzuführen. Der Vortrag von J. Lempert mit dem Thema „Denken, Fühlen, Handeln – Männer in der Krise“, in dem es schwerpunktmäßig um die Grundlagen für das Gelingen von Veränderung geht, sowie weitere Beiträge zur sexualisierten Gewalt (Th. Hölscher) und zu den Rahmenbedingungen, personellen Ressourcen, dem Arbeitsansatz und den Schwierigkeiten einer Gewaltberatungspraxis im Rahmen eines Heimes für sexualisiert gewalttätige Jugendliche (kjg ebener, Bordesholm) machten diesen Tag auch für unsere TN zu einem attraktiven Event.

Am darauffolgenden Freitag würdigten die TN dann das 10-jährige Bestehen der Täterhotline euline. Am Vormittag trafen wir uns mit örtlichen Vertretern_innen aus Justiz, Polizei und Bewährungshilfe zu einem Fachgespräch mit dem Thema „Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern“, in dem es darum ging auszuloten, welche Wege eine funktionierende Kooperation von staatlichen Institutionen und professionellen Beratungseinrichtungen für gewalttätige Männer und Frauen braucht. Mit großer Freude können wir auf einen lebendigen, engagierten und informativen Austausch aller Beteiligten zurückblicken, der nicht nur bestehende Informationsdefizite beseitigen konnte und für eine verstärkte Publizität unseres Verbandes und unseres Arbeitsansatzes sorgte, sondern auch lebhafte inhaltliche Diskussionen aufwies, die unsere Erwartungen an dieses Treffen weit übertrafen.

Umso unerfreulicher war die Erfahrung, dass zu dem von uns für den im Anschluss geplanten und per Pressemitteilung angekündigten Gespräch mit Vertretern_innen der Presse niemand erschien. Angesichts des tags darauf in der örtlichen Zeitung erschienenen Kurz-Artikels zu der `Streetlife`-Veranstaltung, der von Mitarbeitern dieser Einrichtung nur mit einem resignierten Schulterzucken quittiert wurde, können wir vielleicht auch froh sein, dass wir von derartigen Presseerzeugnissen verschont blieben; nicht immer sind sie unserer Sache dienlich.

Mit einem derartigen Desinteresse an unseren Aktivitäten von Seiten der Medien vertraut, wandten wir uns am Nachmittag den aktuellen Themen für unser eupax_euline-Verbandstreffen zu. Diese wurden im Vorfeld von Gewaltberatern_innen sowie Tätertherapeuten_innen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland, die maßgeblich an der Arbeit und der Fortentwicklung des Arbeitsansatzes der eupax interessiert sind, vorgeschlagen und gesammelt.

Da das Protokoll zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht vorlag, kann auf die wesentlichen Ergebnisse dieses Treffens noch nicht eingegangen werden. Dies wird in der nächsten Zeit nachgeholt.

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Neuer Name

Liebe Kollegen,
Liebe Leser_innen,

Die MännerPraxis Lëtzebuerg gibt es nun etwas mehr als anderthalb Jahre. Eine sehr kurze Zeit, aber dennoch glaube ich entspricht der Name nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten. Sollte er etwas provozierend die Männer ansprechen, könnte mann/frau auch eine Ausgrenzung der Frau hinein interpretieren, welches von mir weder gewünscht noch beabsichtigt war und ist.

Ich arbeite sehr gerne mit Frauen zu unseren Themen.

Nicht nur Frauen könnten den Eindruck bekommen ausgeschlossen, bzw. nicht angesprochen zu werden, sondern mann/frau könnte zwischen den Zeilen lesen und meinen, dass Frauengewalt inexistent ist. Dem ist nicht so.

Von diesen Überlegungen ausgehend gebe ich meiner Praxis den neuen Namen: PhaEmoPraxis® Lëtzebuerg(Luxemburg).

Der phänomenologisch- emotionale Ansatz nach Lempert-Wien/Hamburg ist eine Weiterentwicklung der Gewaltberatung nach dem Hamburger Modell(GHM) und Grundlage meiner therapeutischen Ausrichtung. Dies will ich klar nach Aussen kundtun. Ich arbeite nach den europäischen Richtlinien für Täterarbeit(Eurit).

Mich finden sie auch auf fb und meinem Blog:
www.facebook.com/PhaEmoPraxisLetzebuerg
http://jerryfaber.wordpress.com/

MfG

Faber Jerry(Gérard)

Erfolgreicher eupax/euline-Auftritt in Hildesheim

Die Präsenz per Info-Stand, Beratungen und Vorträgen des Hildesheimer Büros der eupax/euline (Wolfgang Brandt, PhaEmo®Praxis Hildesheim) bei der seit dem 9. November in der Hildesheimer Fachhochschule (HAWK) laufenden Ausstellung ‚Rosenstraße 76 – Häusliche Gewalt überwinden‘ stellt sich als ein großer Erfolg für den Bekanntheitsgrad der Hotline und für unseren Ansatz der Gewaltberatung/Tätertherapie vor Ort heraus. Zudem können vorhande Kontakte zu bestehenden Beratungsstellen, Kirchenvertretern_innen und offiziellen Stellen auf einfache, aber wirkungsvolle Weise erneuert, gestärkt und ausgeweitet werden. Angesichts unserer personalen ‚Stärke‘ in Hildesheim (One-man-Show) ein unschätzbares Gut!

Bei der Eröffnung der Ausstellung ‚Rosenstraße 76‘ in Hildesheim war natürlich auch die eupax/euline mit dem ‚blauen Mann‘ vertreten – unübersehbar am Eingang zu den Präsentationsräumen

Viele Gespräche mit Gästen der Ausstellung, mit Dozenten_innen und Studenten_innen (Hebammen, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Soziale Arbeit, Soziales Management u.a.) verdeutlichen das große Interesse gerade auch dieser Berufsrichtungen und machen deutlich, wie wichtig diese Zielgruppen für eine Verbreitung der Hotline-Nummer sind. Als Folge werden weitere Vorträge über die Arbeit der eupax/euline im Rahmen von Seminaren vereinbart, die einen vertieften Einblick in unsere Gewaltberatungsarbeit ermöglichen sollen. Motiviert durch die starke Resonanz und die positiven Erfahrungen bei den bisherigen Informationsveranstaltungen bzw. -vorträgen sehe ich dieser Entwicklung mit großer Freude entgegen – knüpft dies doch an jahrelang erworbene Kompetenzen an, ohne von einem zwanghaften Rahmen eingeengt zu sein!

Viele Informationsgespräche mit Einzelpersonen entwickeln sich auch zu längeren Beratungsgesprächen, v.a. mit Menschen, die Gewalt erfahren haben und sich durch diese Ausstellung trauen, Kontakt aufzunehmen, sich mitzuteilen oder Unterstützung anzufragen. Allein schon aus diesem Grund hat diese Form der Präsentation ihren Sinn erfüllt.

Präsentation von Literatur und Werbematerial der eulne im Schaufenster einer Hildesheimer Buchhandlung als Ergänzung zur Ausstellung

Das Material der euline steht auf dem Info-Stand für Interessierte zur Verfügung, dazu Ausführungen über die Idee der Hotline, den Fachverband eupax und die EURIT Richtlinien zur Täterarbeit. Vor allem die Zusatzinformationen und die Infos kleineren Formats werden gern mitgenommen; endlich kann ich auch die Streichholzschachteln in großen Mengen unter die Leute bringen! Viele Studenten_innen habe Ideen, an welchen Orten sie diese verteilen können und kümmern sich darum.

Für das Schaufenster der Buchhandlung habe ich eine Literaturliste erstellt, die Bücher wurden besorgt und zusammen mit dem euline-Werbematerial präsentiert. Zur Zeit liegen mir noch keine Informationen hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Maßnahme vor. Zu gegebener Zeit werde ich darüber berichten.

Zum Schluss eine persönliche Anmerkung: Die zeitlichen Anforderungen dieses Projekts sprengen bei weitem den Rahmen, den ich mir für die ehrenamtliche Arbeit für die eupax/euline gesetzt habe und ich bin abends nach 4-6-stündigen Gesprächen sehr erschöpft. Jedoch ist die Resonanz auf dieses Tun, sind die neuen Erfahrungen mit Gästen und Mitmachern_innen von unschätzbarem Wert für meinen Status vor Ort und meine Motivation, weiterzumachen. Und – so hoffe ich jedenfalls – werden sich auch in meiner Beratungs-Praxis in Form zahlreicher neuer Klienten_innen wiederspiegeln.

Wolfgang Brandt

PhaEmo®Praxis/ MännerPraxis Hildesheim

www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de

My blog: http://wollinus51.wordpress.com/

RiichtEraus und Euline

crosswords 2012

Artikel über die Beratungsstelle RiichtEraus aus Luxemburg und die Zusammenarbeit mit der Euline; herausgegeben von dem Infoblatt < Crosswords > des luxemburgischen roten Kreuz, neuer Träger der Beratungsstelle.
Artikel teils in französischer und deutscher Sprache. Dient der Steigerung der Erreichbarkeit für französischsprechende Bürger in Luxemburg.