Tag: Männer

Emmendingen – neues Beratungsangebot für Jungen und Männer

Für Männer in Krisensituationen

Sorge, dass häusliche Gewalt wegen Corona zunimmt

Landkreis Emmendingen. Der Caritasverband für den Landkreis Emmendingen e.V. bietet seit Februar 2020 eine Beratung für gewaltbereite Jungen und Männer an. Nur wenige Wochen nach Beginn des Projektes ist die Beratungsstelle aufgrund der Corona-Krise nur noch telefonisch erreichbar.

Für den Projektleiter Jonas Muth ist das Angebot aber gerade jetzt wichtiger denn je. „In einer Krise ist es normal, dass aggressives Verhalten zunimmt“, sagt Muth. „Aggression ist nicht grundsätzlich negativ. Sie versetzt die Menschen in die Lage, sich aktiv mit der Krise oder Notlage auseinanderzusetzen, statt hilflos und passiv zu werden.“ Wichtig ist aber, dass man einen geeigneten Umgang mit Aggression findet. „Gewalt gegenüber Familienangehörigen und Partnern oder gegen sich selbst ist nie eine Lösung“, so Muth.

Er geht trotzdem davon aus, dass die Fälle von häuslicher Gewalt in den kommenden Wochen zunehmen werden. „Weniger soziale Kontakte, Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Familie und Freunde, der drohende Verlust des Arbeitsplatzes und das dauerhafte Zusammenleben auf teilweise engem Raum können schnell zu einem Gefühl der Überforderung führen.“ Muth legt deshalb Männern, die sich aufgrund der aktuellen Lage in einer persönlichen Notlage befinden und gewalttätig geworden sind oder Sorge haben, dass sie gewalttätig werden, nahe, sich beim Caritasverband zu melden.

Als Pädagoge, Systemischer Berater sowie Jungen-, Männer- und Gewaltberater bietet Muth Begleitung durch die schwere Zeit an: „Natürlich haben wir nicht für alles gleich eine Lösung, aber wir werden gemeinsam nach gewaltfreien Wegen suchen“, so Muth. Er glaubt, dass frühzeitige Gesprächsangebote mögliche Gewalttaten verhindern können. „Aus eigener Erfahrung weiß ich: Reden hilft – auch und gerade in besonders schwierigen Situationen.“

Das Projekt für gewaltbereite Jungen und Männer ist das erste offene Beratungsangebot im Landkreis Emmendingen, das sich gezielt an Männer und Jungen ab 14 Jahren richtet. Dabei haben die Männer die Möglichkeit der Unterhaltung von Mann zu Mann.

  • Die Beratungsstelle für gewaltbereite Jungen und Männer ist von Montag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr unter der Telefonnummer +49-7641 – 921 41 43 erreichbar.
  • Eine Beratung kann selbstverständlich auch anonym stattfinden. Kosten fallen, außer den Telefongebühren, keine an. Videogespräche sind nach Vereinbarung möglich.
  • Wer nicht telefonieren möchte, kann sich auch per Mail an den Berater wenden: jonas.muth@caritas-emmendingen.de

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Weitere Informationen finden Sie unter www.caritas-emmendingen.de/hilfe-beratung

Jonas Muth
Beratung für gewaltbereite Jungen und Männer
+49-7641-9214143

Veranstaltung: „Aggression schafft Beziehung“

– neue Lebensenergie finden –

„Aggression“ wird meist negativ verstanden und mit Gewalt, Hass und Krieg verbunden.
„Sei nicht so aggressiv“, bekommen wir manchmal zu hören.

Aber Aggression ist eine Lebensenergie, die wir brauchen, um in Kontakt mit uns selbst, mit anderen Menschen zu gehen und unser Leben zu gestalten.

Wir brauchen sie auch, um unsere intimen Beziehungen lebendig zu halten.

Aber was heißt Aggression, wie gebrauche ich sie, damit sie konstruktiv ist und fruchtbar wird?

An diesem Tag werden wir und Sie selbst diesen Fragen nachgehen und eine Ahnung bekommen, wie das im Alltag funktioniert.

Leiter:         Hubert Frank, Gewaltberater und Phaemotherapeut
Kosten:         90,- € Kursgebühr (inkl. Kaffee und Getränke)

Seminar für Männer: Raus aus der Tretmühle – Hubert Frank, Mainz

FlyerTretmühle-3FlyerTretmühle-4Raus aus der Tretmühle – in Verbindung mit der eigenen Kraft

Der Alltag hat uns oft fest im Griff. Wir schaffen, verfolgen unsere Ziele und sind erstaunt, wie sehr wir uns manchmal erschöpft fühlen. Wir sehen unsere Grenzen, aber wissen nicht wirklich, was uns eigentlich fehlt.
In diesem Seminar ist die Zeit zum Anhalten und Umkehren, damit die Freude und die Lust an unserem Leben wieder ein nährender, stabiler Bestandteil wird. Der Austausch mit anderen Männern ist dabei Inspiration, Ideengeber und tut gut.

Kosten: 320,- € (Kursgebühr, Unterkunft und Verpflegung)

Das Wochenende wird geleitet von Hubert Frank und Michael ten Hövel in Kooperation mit eupax

Download der Ausschreibung

10 Jahre Streetlife / 10 Jahre euline – Erfolgreiches eupax-Treffen in Wolfsburg

Das Herbsttreffen der eupax_euline fand diesmal in einem außergewöhnlichen Rahmen statt. Zunächst waren die TN unseres Treffens Gäste bei der Jubiläumsfeier von  `Streetlife`, einem Vorzeige`projekt` zur Kriminalprävention der Stadt Wolfsburg, das schon lange durch seine belegbaren Erfolge den Charakter eines Projektes verloren hat und zu einer festen Instanz in dem Bemühen der Wolfsburger um ihre Jugendlichen geworden ist. Zahlreiche Repräsentanten der Stadt Wolfsburg, u.a. auch der Polizeipräsident und weitere Behördenvertreter_innen , machten diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg für die Initiatioren. Dies ist insbesondere unseren beiden Gewaltberatungskollegen in Anbetracht ihres Engagements von Herzen zu gönnen. Zudem haben sie sich ´sehr ins Zeug gelegt`, um diese Veranstaltung zu planen und mit starkem persönlichen Einsatz durchzuführen. Der Vortrag von J. Lempert mit dem Thema „Denken, Fühlen, Handeln – Männer in der Krise“, in dem es schwerpunktmäßig um die Grundlagen für das Gelingen von Veränderung geht, sowie weitere Beiträge zur sexualisierten Gewalt (Th. Hölscher) und zu den Rahmenbedingungen, personellen Ressourcen, dem Arbeitsansatz und den Schwierigkeiten einer Gewaltberatungspraxis im Rahmen eines Heimes für sexualisiert gewalttätige Jugendliche (kjg ebener, Bordesholm) machten diesen Tag auch für unsere TN zu einem attraktiven Event.

Am darauffolgenden Freitag würdigten die TN dann das 10-jährige Bestehen der Täterhotline euline. Am Vormittag trafen wir uns mit örtlichen Vertretern_innen aus Justiz, Polizei und Bewährungshilfe zu einem Fachgespräch mit dem Thema „Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern“, in dem es darum ging auszuloten, welche Wege eine funktionierende Kooperation von staatlichen Institutionen und professionellen Beratungseinrichtungen für gewalttätige Männer und Frauen braucht. Mit großer Freude können wir auf einen lebendigen, engagierten und informativen Austausch aller Beteiligten zurückblicken, der nicht nur bestehende Informationsdefizite beseitigen konnte und für eine verstärkte Publizität unseres Verbandes und unseres Arbeitsansatzes sorgte, sondern auch lebhafte inhaltliche Diskussionen aufwies, die unsere Erwartungen an dieses Treffen weit übertrafen.

Umso unerfreulicher war die Erfahrung, dass zu dem von uns für den im Anschluss geplanten und per Pressemitteilung angekündigten Gespräch mit Vertretern_innen der Presse niemand erschien. Angesichts des tags darauf in der örtlichen Zeitung erschienenen Kurz-Artikels zu der `Streetlife`-Veranstaltung, der von Mitarbeitern dieser Einrichtung nur mit einem resignierten Schulterzucken quittiert wurde, können wir vielleicht auch froh sein, dass wir von derartigen Presseerzeugnissen verschont blieben; nicht immer sind sie unserer Sache dienlich.

Mit einem derartigen Desinteresse an unseren Aktivitäten von Seiten der Medien vertraut, wandten wir uns am Nachmittag den aktuellen Themen für unser eupax_euline-Verbandstreffen zu. Diese wurden im Vorfeld von Gewaltberatern_innen sowie Tätertherapeuten_innen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland, die maßgeblich an der Arbeit und der Fortentwicklung des Arbeitsansatzes der eupax interessiert sind, vorgeschlagen und gesammelt.

Da das Protokoll zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht vorlag, kann auf die wesentlichen Ergebnisse dieses Treffens noch nicht eingegangen werden. Dies wird in der nächsten Zeit nachgeholt.

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Väterliche Zeitreise – die Vaterrolle im Wandel

„Die Rolle des Vaters hinsichtlich seiner Stellung innerhalb der Familie hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Vom uneingeschränkten Patriarchen bis hin zum modernen Vater der Gegenwart war es ein weiter Weg. Wir laden Sie heute auf eine kurzweilige Zeitreise durch das Vaterbild im Wandel ein.“

So beginnt der Artikel über die väterliche Zeitreise auf der Webseite von vaterfreuden.de. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Väter mit einem Blick in die Jetzt-Zeit. Nichts Welt bewegendes, jedoch ein informativer Überblick.

Wolfgang Brandt

http://www.eupax.eu/beratungsstellen/eupax_hildesheim.php

Männer und ihre Väter – eine unendliche Geschichte

Peter Kölln befasst sich in seiner ‚Montagskolumne‘ mit dieser ‚unendlichen‘ Geschichte und beschreibt auf eindrucksvolle Weise seine Erfahrungen.  Ich greife diesen Beitrag auf, weil dieses Thema auch in meiner Beratungspraxis des Öfteren auftaucht. Es nimmt dann nicht nur einen großen Raum ein, sondern ist mit vielfältigen Emotionen unterlegt, die sich im Laufe der Gespräche urplötzlich an die Oberfläche ‚kämpfen‘ und sich mit Kraft Luft verschaffen. Zu lange wurden sie weg gedrückt, verdrängt oder rationalisierend ‚umgedichtet‘. Die Möglichkeit, mit einem anderen Mann über vergangene Kränkungen durch den Vater zu sprechen, bietet Ansätze von Erleichterung und Entlastung. Andererseits ersetzt es nicht die direkte Aussprache mit dem Vater, die Konfrontation des Älteren durch den Sohn. Erst hierdurch wird die emancipatio, die „Entlassung des Sohns aus der väterlichen Gewalt“ (aus dem Lateinischen übersetzt), ermöglicht. Hieraus erwächst eine Energie, die nachhaltig und heilend wirken kann; vielleicht nicht in der Beziehung zwischen Vater und Sohn, auf jeden Fall aber für das weitere Leben und Erleben des jüngeren Mannes.

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Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Männer_Gewaltberatung Hildesheim