Tag: Verantwortung

Selbstanzeiger / Selbstmelder

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Artikel über den Mordfall Lena mit Akzent auf die Ermittlungen der Polizei. Dabei möchte ich jedoch einen anderen Aspekt hervorheben:

Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass sich der Täter seiner Verantwortung der bisherigen Tat, Besitz von Kinderpornographie, bewusst war und diese auch trug, indem er sich selbst anzeigte, möglicherweise, um seinem Tun ein Ende zu machen. Es gibt sie also, Menschen, die sexuelle Gewalt ausüben oder kurz davor sind und die sich an Dritte wenden und so ihre Isolation durchbrechen, aus dem Verborgenen ans Licht treten und sich helfen lassen wollen. Für diese Menschen sind wir da! Rufen sie an oder schreiben sie uns eine Mail, sie können sich völlig anonym beraten lassen: www.euline.eu

Bayern: 2 Jahre und 8 Monate Haft für 29 Jahre Missbrauch und Vergewaltigung

„Nach milder Strafe im Inzest-Prozess — Staatsanwalt geht in Revision
Das Urteil war eine Überraschung: Im Inzest-Prozess von Willmersbach kommt ein Vater mit knapp drei Jahren Haft davon – das Landgericht Nürnberg spricht ihn vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Tochter frei. Jetzt muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen.“SZ Bayern-Nachrichten vom 20.12.2011
Keine Verurteilung wegen Vergewaltigung nach mehr als 29 Jahren Missbrauch und der Zeugung von 3 Kindern! Es sei nur beim ersten Geschlechtsverkehr Zwang im Spiel gewesen, dann habe sich das sexuelle Verhältnis offenbar ‚eingeschliffen‘ – so der Richter.

Diese Nachricht hat mich schockiert, ganz tief getroffen. Vor allem auch, wenn ich mir vorstelle, welche Wirkung das auf andere Täter/Missbraucher und ganz besonders auch auf die vielen Opfer hat.

Wir als Gewaltberater und Tätertherapeuten arbeiten an der Verantwortungsbereitschaft und -übernahme mit gewalttätigen und missbrauchenden Menschen und wissen, wie schwierig dies manchmal ist. Erschwert wird diese Arbeit jedoch, wenn auch die Justiz diese Menschen nicht angemessen zur Verantwortung zieht, die Verantwortlichkeit nicht dort belässt, wo sie de facto ist: beim Täter.

 

„Gewalt macht Männer nicht glücklich“

Der Mitbegründer des InstitutoPromundo in Brasilien und sog. Gender-Aktivist Gary Barker ist der Meinung, dass eine ganze Gerneration junger Männer aus dem Kreislauf der Gewalt ausbrechen und Frauen solidarisch unterstützen will. Seit 1997 arbeitet er insbesondere mit jungen Männern vom Rand der Gesellschaft zu den Themen Gleichberechtigung und Gewalt – offenbar mit großem Erfolg.

In einem Interview für das Südwind-Magazin vertritt er die Meinung, dass die Gesellschaft keine Männer produziert, „für die Gleichberechtigung selbstverständlich ist. Sie (die Gesellschaft) scheint es eher darauf anzulegen, zornige, verantwortunglsose und gewalttätige Männer zu erzeugen. Aber Gewalt auszuüben macht Männer nicht glücklich“ führt er weiter aus.

Der Artikel ist nachzulesen im Internet unter

http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?ID=245827&rubrik=31&ausg=201109