Tag: Frauen und Gewalt

Phaemoberatung – Schwerpunkt Gewaltberatung: Weiterbildung für Frauen

Beginn der nächsten berufsbegleitenden Weiterbildungsgruppe Phaemoberatung – Schwerpunkt Gewaltberatung für Frauen ist vom 02.10.2017. Der erste Baustein ist in der Nähe von Salzburg, die weiteren Bausteine finden in den Ländern der Teilnehmerinnen statt. Die Leitung des Seminars hat Joachim Lempert vom Institut Lempert.

1. Baustein: Sozialisation / Selbsterfahrung

2. Baustein: Wahrnehmung und Kommunikation

3. Baustein: Kontakt / Eskalation und Deeskalation

4. Baustein: Krise / Krisenintervention

5. Baustein: Opfer – Dynamik, empathisches Begleiten

6. Baustein: Täter_innen – Gewaltkreislauf, Konfrontation

7. Baustein: Abschied / Abschlusskolloquium

 

  • 6 Bausteine á 5 Tage und
  • 1 Baustein á 7 Tage
  • als 2 jährige berufsbegleitende Weiterbildung
  • die Teilnehmer_innenzahl ist auf 16 begrenzt
  • findet in festen Gruppen statt
  • in Seminarhäusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Bei Interesse laden wir Sie gern zu einem – für Sie völlig unverbindlichen und kostenlosen – Vorsgespräch ein, um Ihnen die Weiterbildung vorzustellen.

Presseerklärung der eupax zur Studie Gewalt gegen Frauen 2012 (Europ. Agentur f. Grundrechte)

Täterhotline verhindert Gewalt

Die Täterhotline euline arbeitet seit 10 Jahren erfolgreich. Menschen mit einem Gewaltproblem erhalten anonym, schnell und wirksam professionelle Unterstützung. Gewalt wird auf diese Weise dort bekämpft, wo sie entsteht: beim Täter.

Angesichts der Ergebnisse der Studie zur Gewalt gegen Frauen, die von der Europäischen Agentur für Grundrechte veröffentlicht wurden, verweist der Fachverband für Gewaltberatung und Tätertherapie EUPAX auf die Erfolge seiner Telefonhotline für Täter, die sich seit 10 Jahren als ein wirksames Angebot zur Krisenintervention und zum Schutz vor weiterer Gewalt erwiesen hat.

Laut Studie wenden sich nur 15 Prozent der Opfer von Gewalt an die Polizei. Ein Großteil der Gewalt im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis bleibt weitestgehend im Dunklen. Dass auch viele dieser Täter bereit sind, aus ihrem gewalttätigen Verhalten auszusteigen, zeigt die Erfahrung der Täterhotline. In 90% der Fälle erfolgt über sie eine Vermittlung an Gewaltberatungsstellen, die die Klienten befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Täterhotline      www.euline.eu

Fachverband     www.eupax.eu

Kontakt:

Joachim Lempert            +43 – (0)676 – 64 65 699

Wolfgang Brandt             +49 – (0)173 – 865 96 65

Frauengewalt gegen Kinder/ Mutter als Missbraucherin – Klientin für uns?

Aus dem Tagesspiegel vom 28.09.2010 von Kerstin Gehrke

„Sohn missbraucht und gefilmt: Mutter vor Gericht

25 Mal soll sich die Frau an ihrem Sohn vergangen haben. Als die Übergriffe begannen, war der Junge sieben Jahre alt. Auch der Lebensgefährte der 39-Jährigen ist angeklagt.“

Dies ist sicher nur eines von vielen Beispielen für die erschreckende Tatsache, dass auch Frauen zu Täterinnen, ja sogar zu Missbraucherinnen ihrer eigenen Kinder werden. Es geht mir nicht darum, hier einen ‚Disput‘ zu darüber zu entfachen, wer denn nun gewalttätiger sei: Männer oder Frauen; entscheidender ist, dass es für alle Betroffenen Unterstützungsangebote gibt – für die Opfer, um aus dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen und für die TäterInnen, damit sie die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, Reue und Scham empfinden und die Chance auf eine Veränderung ihres grenzverletzenden Verhaltens bekommen.

Viele unserer GewaltberaterInnen und TätertherapeutInnen sind immer wieder mit Männern, Frauen und Jugendlichen befasst, die grenzverletzend und missbrauchend tätig sind und haben sich eine professionelle Kompetenz angeeignet, die ein erfolgreiches Arbeiten ermöglicht. Ich bewundere den Mut,  die Kraft und die Ausdauer, die sie hierzu aufbringen, staune über die kleinen und größeren Fortschritte, von denen sie berichten und bin immer wieder aufs Neue ganz neugierig, wie sie arbeiten. Ich selbst traue mich noch nicht an diese ‚Fälle‘ heran, bemerke jedoch, dass durch den Austausch mit den anderen meine Unsicherheiten, meine Zweifel weniger werden und bin unendlich dankbar, dass ich durch die Vernetzung im Rahmen von euline/eupax diese Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung habe. So komme ich auch des Öfteren an entsprechende Literaturtipps oder Hinweise auf hilfreiche Vorträge, Seminare etc. Meine Motivation und Neugier steigt auf jeden Fall nach jedem Gespräch. Mal sehen, wann ich mich an meine erste missbrauchende KlientIn wage!

 

Wolfgang Brandt
Gewaltberatung/Tätertherapie Hildesheim
Phaemotherapeut
www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de