Joachim Lempert

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Khane-ye doust kojast? (Wo ist das Haus meines Freundes?) (1987)

Ein wunderbarer Film über Jungefreundschaft und -beharrlichkeit.
Eine Schulklasse mit strengem Lehrer und verschüchterten Kindern. Ein Knabe hat bereits zweimal das Schulheft vergessen, ihm droht Bestrafung. Ein anderer hat aus Versehen sein Heft mit heim genommen: Um die angekündigte Strafe abzuwenden, macht er sich gegen die Bedenken seiner Mutter auf ins Nachbardorf. Fast der ganze Film handelt vom Überqueren des Bergs, der die Dörfer trennt, vom Verlieren des Wegs, vom Suchen des Hauses, von vergeblichen Fragen, vom Durchirren des Nachbardorfs, von wachsender Sorge, Verzweiflung und von der Unbeirrbarkeit eines Knaben, einem anderen, der sein Freund ist, zu helfen.

Ein Schlüssel zum iranischen Kino und ein Film, dessen Pracht in seiner Schlichtheit und dessen Intensität in seiner Ruhe beschlossen ist. Koker, ein Bergdorf im Norden des Iran.

 

Aus dem Programm des Österreichischen Fimmuseums.

Ausstellung „Tschuschenkofferhabitat“, Wien

– Über den Wohnraum der berühmtesten Flüchtlingsfamilie unserer Kultur –

10 Inszenierte Fotografien (30×45 cm, Chroma Lux,)

In den 70iger Jahren war der Begriff „Tschusch“ eine abfällige Bezeichnung
eines Ausländers, meist aus Jugoslawien kommend. Der „Tschuschenkoffer“ war
der Plastiksack, der oft anstatt eines Koffers verwendet wurde. Die meisten
Flüchtlinge der jüngeren Geschichte kamen ebenfalls mit Plastiksäcken bei
uns an. Im Zuge der ganzen Debatte um unsere Leitkultur und deren
Vermittlung bin ich auf die berühmteste Flüchtlingsfamilie unserer Kultur
gestoßen – die Heilige Familie zu Weihnachten. Sie würden heute wohl auch
mit Plastiksack reisen. Statt einer Krippe, bewohnen sie ab jetzt ihren
Plastiksack.

Fotoausstellung von Irene Kernthaler-Moser im Club-Alpha, Wien

Eröffnung eupax Beratungsstelle Linz

Konflikt – Krise – Gewalt sind die Themen, bei denen wir Ratsuchende unterstützen. Phaemotherapeutin Nicole Wöss stellte unseren Ansatz und Arbeitsweise einen interessierten Publikum bei der Eröffnungsverantstaltung vor:

Nicole Wöss

Nicole Wöss

Konflikte lösen lernen

Krisen bewältigen und wachsen

Gewalt beenden

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Nicole Wöss und Joachim Lempert

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Nach dem Fachvortrag von Joachim Lempert war Raum für Gespräch und Diskussion. Weitere Infos zur neuen Beratungsstelle finden Sie unter: eupax-Linz

euline Hotline

euline Hotline, Foto aus: Jakzus: F65.4 -Verbrechen / Misdeed / อาชญากรรม

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Fotos von Alexander Schwarz, Wien

eupax Österreich

eupax Österreich ist soeben als eigener gemeinnütziger Träger im Firmenbuch eingetragen worden. So haben wir jetzt in Österreich ein Ansprechpartner und Träger vor Ort!

Beschneidung von Jungen

Grenzen, Grenzübertritte, Missachtung von Grenzen sind zentrale Themen unserer alltäglichen Arbeit, denn Gewalt ist die massive Verletzung von Grenzen des Gegenübers. Deshalb sind wir sehr sensibel, wenn – mit welchem Argument auch immer – Grenzverletzungen gerechtfertigt werden. Die körperliche Unversehrtheit zu verletzen, stellt eindeutig eine Grenzverletzung dar und darf keinesfalls ohne medizinische Notwendigkeit vorgenommen werden.

Aus diesem Grund begrüßen wir das Urteil des Kölner Landgerichts, dass die Beschneidung von Jungen verurteilt.

 

Terre des femmes hat eine Stellungnahme abgegeben, die uns aus dem Herzen spricht. Deshalb möchte ich sie hier – mit Erlaubnis von Terre des femmes – nochmals veröffentlichen:

 

Für die körperliche Unversehrtheit von Kindern

von Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende TERRE DES FEMMES
Am 26. Juni hat das Landgericht Köln entschieden, dass religiöse Beschneidung bei Kindern eine Körperverletzung ist und dass sich Ärztinnen und Ärzte, die sie dennoch vornehmen, strafbar machen.

Als Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES begrüße ich dieses Urteil, da es zeigt, dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern auch nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf.
Das Gericht hat bei der Güterabwägung zwischen zwei Grundgesetzartikeln klargestellt: Das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung und das Erziehungsrecht der Eltern haben keinen Vorrang gegenüber dem vom Grundgesetz verbrieften Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und
Selbstbestimmung. Hinzu kommt die Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention, mit der sich Deutschland verpflichtet hat, Bräuche, die für Kinder schädlich sind, abzuschaffen. Dass dieser irreversible Eingriff nicht dem Wohl des Kindes entsprechen kann, machen nicht nur die Narkoserisiken sondern auch Nachblutungen, Fistelbildung und z.T. lebenslange seelische Schäden deutlich.
Das ist auch der Grund dafür, dass die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie Beschneidungen ohne medizinische Indikation wie z.B. Vorhautverengung, ablehnt und auch die Krankenkassen eine massive die Kosten nicht übernehmen, wenn kein Heileingriff vorgenommen wird. Und welches Männerbild liegt dem nachgeschobenen Argument zugrunde, es sei hygienischer, die Vorhaut abzutrennen? Wasser ist bei uns kein Mangel und wie „Mann“ sich wäscht, sollten Jungen früh lernen. Auch das Argument, in den USA seien über 70% der Männer
beschnitten, taugt nicht. Im 19. Jahrhundert als Mittel gegen Masturbation eingeführt, steht die Beschneidung als Symbol der Sexualfeindlichkeit. Als Menschenrechtsorganisation geht es TERRE DES FEMMES um etwas
Grundlegenderes: die körperliche Unversehrtheit von Kindern ist ein Menschenrecht und muss für alle Kinder gleichermaßen gelten, egal welcher Herkunft, Religion und welchen Geschlechts sie sind. Wir machen uns stark dafür, dass irreversible Eingriffe in die Unversehrtheit von Kindern – mit Ausnahme medizinisch notwendiger
Behandlungen – generell verboten werden. Sie dürfen weder mit Religion noch Tradition gerechtfertigt werden. Menschenrechte sind nicht teilbar – auch nicht zwischen Mädchen und Jungen. Dass dies in der Realität täglich dennoch geschieht, wissen wir als Mädchen- und Frauenrechtsorganisation nur zu gut. Denn: Seit 30 Jahren setzt sich TERRE DES FEMMES weltweit für ein Ende weiblicher Genitalverstümmelung ein, der immer noch jährlich 3 Millionen Mädchen zum Opfer fallen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben bis zu einem
Viertel der Betroffenen an den unmittelbaren oder langfristigen Folgen wie Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Indem wir das Urteil des Landgerichts Köln begrüßen, behaupten wir nicht, dass die Schwere und Folgen
weiblicher Genitalverstümmelung und männlicher Vorhautbeschneidung vergleichbar sind. Unser Anliegen ist es auch nicht, diese Praktiken gegeneinander aufzuwiegen. Was wir brauchen ist eine gesellschaftliche Debatte, die durch das Kölner Urteil endlich angestoßen wurde. Diese muss im gegenseitigen Respekt voreinander geführt werden und darf sich nicht pauschal gegen Menschen jüdischen oder islamischen Glaubens richten. Die Fragen sind aber: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welche Werte sind uns wichtig? Uns ist bewusst, dass Verbote allein nicht
ausreichen.
TERRE DES FEMMES wird einen Beitrag dazu leisten, dass Eltern davon überzeugt werden, dass kleine Jungen ohne medizinische Notwendigkeit keinem riskanten Eingriff ausgesetzt werden dürfen. In der jüdischen Gemeinde gab es 2006 eine Umfrage, wonach 1/3 der Eltern die Beschneidung ablehnen, aber dem Druck der Gesellschaft nicht standgehalten haben. Dennoch wächst die Zahl derer, die sich gegen dieses Ritual entscheiden. Jungen sollen sich, wenn sie alt genug sind, selbst für oder gegen eine Beschneidung entscheiden können. Durch das Urteil sehen wir das Recht der Eltern auf Religionsausübung nicht eingeschränkt, wenn sie in Zukunft abwarten müssen, wie ihr
Sohn sich später entscheidet. Weibliche Genitalverstümmelung hingegen ist und bleibt aufgrund der Schwere des Eingriffs und der massiven Folgen eine Menschenrechtsverletzung, der Ärztinnen und Ärzte nicht zustimmen dürfen, egal wie alt die Betroffenen sind.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution
und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de

Bundesgeschäftsstelle
TERRE DES FEMMES
Menschenrechte für die Frau e. V.
Brunnenstr. 128 • 13355 Berlin
Tel. 030 40504699-0 • Fax 030 40504699-99
E-Mail: info@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de

Kinofilm: „Stillleben“ von Sebastian Meise – jetzt im Kino

Ein ausgezeichneter Film zum Problem von Männern, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen.

Kurzbeschreibung von der Filmwebseite:

„Ich möchte dir gern beim Duschen zuschauen. Du trocknest dich nicht ab. Du setzt dich auf meinen Schoß. Dann trockne ich dich ab. Ich möchte deinen Körper streicheln. Dabei möchte ich dich Lydia nennen.“

Als Bernhard, ein junger Mann, diese Anweisungen als Brief an eine junge Prostituierte findet, ändert sich das Leben einer Familie von Grund auf. Denn der Verfasser dieses Textes ist Bernhards Vater und Lydia, das ist der Name von Bernhards Schwester.

Als Lydia nach Hause kommt, um ihren Vater bei der Therapie gegen seine Alkoholkrankheit zu unterstützen, stößt auch Bernhard zur Familiengruppensitzung. Er legt mit starrer Miene den gefundenen Zettel auf den Tisch, woraufhin der Vater wortlos hinausgeht. Es wird überhaupt nicht viel geredet in diesem Film, aber die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder ist keine existenzielle, sie verweist eher auf die Tendenz zum Verdrängen, zum Verschweigen von Problemen. Dabei wird die Zuneigung der Charaktere für einander durchaus spürbar, aber offen ausgetragene Konflikte würden die nach außen hin heile Welt stören. Deshalb kann der Vater auch unmöglich über seine pädophile Neigung sprechen, aber er lässt die bisher versteckte Kiste mit den Kinderfotos von Lydia offen in der Werkstatt liegen. …

Stillleben-derfilm