Tag: Gewaltprävention

Viele Eltern schlagen immer noch zu

Laut einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts, deren Zusammenfassung ich in der Süddeutschen Zeitung lesen konnte, bestrafen „40 Prozent (2006: 46 Prozent) der Eltern ihr Kind mit einem „Klaps auf den Po“, zehn Prozent (2006: 11 Prozent) geben eine Ohrfeige und vier Prozent (2006: 6 Prozent) versohlen ihrem Kind nach eigener Aussage den Hintern. Als Hauptgründe gaben die Eltern an, dass ihre Kinder unverschämt gewesen seien, nicht gehorcht oder sich aggressiv verhalten hätten.“ Zudem würden Jungen häufiger geschlagen als Mädchen, genau genomme etwa doppelt so viel. Da die körperliche Züchtigung seit dem Jahr 2000 gesetzlich verboten ist, spricht die Deutsche Kinderhilfe von ‚dramatischen Zahlen‘. Die Studie war von der Zeitschrift Eltern in Auftrag gegeben worden und kann hier nachgelesen werden.

Wie sich hier zeigt, ist es gegebenenfalls eine gute Idee, unsere Telefonhotline euline und unsere Gewaltpräventions-  und Beratungsangebote auch in Schulen, ganz besonders auch auf Elternversammlungen und Lehrerkonferenzen bekannt zu machen. Auch die ‚Aufklärung‘ darüber, wie Jungen ‚ticken‘, was sie brauchen, warum sie oft so ‚auffällig‘ und ’störend‘ sind, ist  dringend geboten – manchmal bin ich geradezu fassungslos über die Unkenntnis und die damit einhergehende  Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Resignation. Eine professionelle Unterstützung von unserer Seite ist für viele LehrerInnen ‚Lebensrettung in letzter Sekunde‘.

 
Wolfgang Brandt
www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de

 

 

Deutsche Sportjugend gegen sexualisierte Gewalt im Sport

Die folgende Meldung habe ich auf der Seite der DSpoJugend gefunden und halte sie für unsere weitere Arbeit für sehr interessant:

„Beim 2. Forum „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ am 21. Oktober 2011 wurden Strategien diskutiert und entwickelt, wie das Thema „Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“ in verschiedenen Qualifizierungsmodulen integriert werden kann.“ (…)

„ Die uns anvertrauten Kinder müssen vor sexualisierter Gewalt geschützt sein. Dazu wollen wir das Aufmerksamkeitssystem Sportverein noch weiter ausbauen und bieten den Vereinen und Verbänden unsere Unterstützung an. Mit den nun veröffentlichten Materialien haben wir dazu eine gute Grundlage geschaffen.“

Es ist an der Zeit, dass wir uns verstärkt auch um die Sportverbände bemühen und sie von unseren Angeboten und der Qualität unserer Arbeit überzeugen.

Häusliche Gewalt im Zillertal

Am gestrigen österreichischen Nationalfeiertag (26.10.) tötete ein Mann seine Ehefrau. Die Familie wurde  – wieder – als völlig unauffällig beschrieben. Wenn der Mann von der Täterhotline gewusst und angerufen hätte, hätte dann die Tat vermieden werden können?

Informationsveranstaltung vor Master-StudentInnen in Hildesheim

Als  örtlicher Vertreter der Täterhotline euline habe ich vor kurzer Zeit per Mail mit der HAWK  Hildesheim (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) Kontakt aufgenommen. Von Seiten der Professorin Dr. Andrea Friedrich zeigte sich sofort ein großes Interesse an unserer Hotline und der damit verbundenen Gewaltberatungsarbeit. In einem längeren Telefongespräch deuteten sich schnell gemeinsame Interessen und Kooperationsmöglichkeiten an, die wir mit einer in kürzester Zeit vereinbarten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit den frischen Master-StudentInnen des Studienganges Soziale Arbeit im internationalen und interkulturellen Kontext begonnen haben.

Die StudentInnen des Seminars  waren nicht nur mit großer Aufmerksamkeit dabei, sondern beteiligten sich sehr rege in der etwa 2-stündigen Veranstaltung und brachten sich mit vielen Anregungen, neuen Ideen, aber auch kritischen Anmerkungen ein. Die Arbeit in einer derart angeregten Atmosphäre hat mir großen Spaß gemacht und mich motiviert, weitere Aktionen dieser Art durchzuführen. Hier habe ich auch endlich einmal Anerkennung für unsere Arbeit gespürt! Des Weiteren werde ich die Erkenntnisse hinsichtlich unserer Arbeit verstärkt und gezielt in die interne Auseinandersetzung um eine Optimierung unseres Angebotes einbringen.

Nach dieser erfolgreichen Erst-Veranstaltung zeigte sich Dr. Friedrich hocherfreut über die Art der Performance und das dadurch angeregte Interesse auf Seiten der StudentInnen. Weitere Kooperationsveranstaltungen sind geplant.

Kein Entrinnen aus dem Gewaltkreislauf ohne kompetente Hilfe

Mann tötet Gattin und sich selbst (9.10.2011)     Familiendrama im Bezirk Gänserndorf: In Haringsee hat ein Mann (52) seine Ex-Ehefrau (47) erstochen. Nach der Tat erhängte er sich selbst. Das Paar lebte in Scheidung… (beide Meldungen in www.heute.at/news/oesterreich/noe).

Tirolerin stach Lebensgefährten nieder (10.10.2011)     Zu einer Bluttat ist es in der Nacht auf Montag in Wattens in Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) gekommen. Laut Polizei stach eine 56-jährige Frau ihren 45-jährigen Lebensgefährten mit einem Küchenmesser nieder. Zuvor dürfte es ersten Ermittlungen zufolge zu einem Streit in der gemeinsamen Wohnung gekommen sein…

Auch so kann es enden, wenn Menschen es nicht schaffen, allein aus dem Gewaltkreislauf auszubrechen. Hier hilft nur professionelle Unterstützung.  Ein Anruf bei der euline kann insofern auch ein Leben retten, auf jeden Fall ist es der erste und schnellste Weg, sich Hilfe zu holen, ggf. auch anonym. So kann weitere Gewalt vermieden und die Opfer geschützt werden.

2 Familiendramen an einem Wochenende in Österreich

In Österreich wurden an einem einzigen Wochenende in zwei Familien Menschen von ihren Angehörigen schwer verletzt bzw. getötet:

„Familiendrama im Bezirk Gänserndorf: In Haringsee hat ein Mann (52) seine Ex-Ehefrau (47) erstochen. Nach der Tat erhängte er sich selbst. Das Paar lebte in Scheidung.“ 10.10.2011 (Heute.at)

„Zu einer Bluttat ist es in der Nacht auf Montag in Wattens in Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) gekommen. Laut Polizei stach eine 56-jährige Frau ihren 45-jährigen Lebensgefährten mit einem Küchenmesser nieder. Zuvor dürfte es ersten Ermittlungen zufolge zu einem Streit in der gemeinsamen Wohnung gekommen sein. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen in die Innsbrucker Klinik eingeliefert.“ 10.10.2011 (Heute.at)

Mit unserer Hotline für Täter und Täterinnen wollen wir solche Taten im Vorfeld verhindern. Wir möchten, dass die TaterInnen uns anrufen, statt gewalttätig zu werden. Wir wollen mit ihnen Lösungen finden, die Gewalt überflüssig macht. Aber dazu müssen sie von uns erfahren, bevor sie solche Taten begehen. Das ist das größte Problem.