Schlagwort: Gewaltberatung

Neuer Name

Liebe Kollegen,
Liebe Leser_innen,

Die MännerPraxis Lëtzebuerg gibt es nun etwas mehr als anderthalb Jahre. Eine sehr kurze Zeit, aber dennoch glaube ich entspricht der Name nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten. Sollte er etwas provozierend die Männer ansprechen, könnte mann/frau auch eine Ausgrenzung der Frau hinein interpretieren, welches von mir weder gewünscht noch beabsichtigt war und ist.

Ich arbeite sehr gerne mit Frauen zu unseren Themen.

Nicht nur Frauen könnten den Eindruck bekommen ausgeschlossen, bzw. nicht angesprochen zu werden, sondern mann/frau könnte zwischen den Zeilen lesen und meinen, dass Frauengewalt inexistent ist. Dem ist nicht so.

Von diesen Überlegungen ausgehend gebe ich meiner Praxis den neuen Namen: PhaEmoPraxis® Lëtzebuerg(Luxemburg).

Der phänomenologisch- emotionale Ansatz nach Lempert-Wien/Hamburg ist eine Weiterentwicklung der Gewaltberatung nach dem Hamburger Modell(GHM) und Grundlage meiner therapeutischen Ausrichtung. Dies will ich klar nach Aussen kundtun. Ich arbeite nach den europäischen Richtlinien für Täterarbeit(Eurit).

Mich finden sie auch auf fb und meinem Blog:
www.facebook.com/PhaEmoPraxisLetzebuerg
http://jerryfaber.wordpress.com/

MfG

Faber Jerry(Gérard)

Erfolgreicher eupax/euline-Auftritt in Hildesheim

Die Präsenz per Info-Stand, Beratungen und Vorträgen des Hildesheimer Büros der eupax/euline (Wolfgang Brandt, PhaEmo®Praxis Hildesheim) bei der seit dem 9. November in der Hildesheimer Fachhochschule (HAWK) laufenden Ausstellung ‚Rosenstraße 76 – Häusliche Gewalt überwinden‘ stellt sich als ein großer Erfolg für den Bekanntheitsgrad der Hotline und für unseren Ansatz der Gewaltberatung/Tätertherapie vor Ort heraus. Zudem können vorhande Kontakte zu bestehenden Beratungsstellen, Kirchenvertretern_innen und offiziellen Stellen auf einfache, aber wirkungsvolle Weise erneuert, gestärkt und ausgeweitet werden. Angesichts unserer personalen ‚Stärke‘ in Hildesheim (One-man-Show) ein unschätzbares Gut!

Bei der Eröffnung der Ausstellung ‚Rosenstraße 76‘ in Hildesheim war natürlich auch die eupax/euline mit dem ‚blauen Mann‘ vertreten – unübersehbar am Eingang zu den Präsentationsräumen

Viele Gespräche mit Gästen der Ausstellung, mit Dozenten_innen und Studenten_innen (Hebammen, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Soziale Arbeit, Soziales Management u.a.) verdeutlichen das große Interesse gerade auch dieser Berufsrichtungen und machen deutlich, wie wichtig diese Zielgruppen für eine Verbreitung der Hotline-Nummer sind. Als Folge werden weitere Vorträge über die Arbeit der eupax/euline im Rahmen von Seminaren vereinbart, die einen vertieften Einblick in unsere Gewaltberatungsarbeit ermöglichen sollen. Motiviert durch die starke Resonanz und die positiven Erfahrungen bei den bisherigen Informationsveranstaltungen bzw. -vorträgen sehe ich dieser Entwicklung mit großer Freude entgegen – knüpft dies doch an jahrelang erworbene Kompetenzen an, ohne von einem zwanghaften Rahmen eingeengt zu sein!

Viele Informationsgespräche mit Einzelpersonen entwickeln sich auch zu längeren Beratungsgesprächen, v.a. mit Menschen, die Gewalt erfahren haben und sich durch diese Ausstellung trauen, Kontakt aufzunehmen, sich mitzuteilen oder Unterstützung anzufragen. Allein schon aus diesem Grund hat diese Form der Präsentation ihren Sinn erfüllt.

Präsentation von Literatur und Werbematerial der eulne im Schaufenster einer Hildesheimer Buchhandlung als Ergänzung zur Ausstellung

Das Material der euline steht auf dem Info-Stand für Interessierte zur Verfügung, dazu Ausführungen über die Idee der Hotline, den Fachverband eupax und die EURIT Richtlinien zur Täterarbeit. Vor allem die Zusatzinformationen und die Infos kleineren Formats werden gern mitgenommen; endlich kann ich auch die Streichholzschachteln in großen Mengen unter die Leute bringen! Viele Studenten_innen habe Ideen, an welchen Orten sie diese verteilen können und kümmern sich darum.

Für das Schaufenster der Buchhandlung habe ich eine Literaturliste erstellt, die Bücher wurden besorgt und zusammen mit dem euline-Werbematerial präsentiert. Zur Zeit liegen mir noch keine Informationen hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Maßnahme vor. Zu gegebener Zeit werde ich darüber berichten.

Zum Schluss eine persönliche Anmerkung: Die zeitlichen Anforderungen dieses Projekts sprengen bei weitem den Rahmen, den ich mir für die ehrenamtliche Arbeit für die eupax/euline gesetzt habe und ich bin abends nach 4-6-stündigen Gesprächen sehr erschöpft. Jedoch ist die Resonanz auf dieses Tun, sind die neuen Erfahrungen mit Gästen und Mitmachern_innen von unschätzbarem Wert für meinen Status vor Ort und meine Motivation, weiterzumachen. Und – so hoffe ich jedenfalls – werden sich auch in meiner Beratungs-Praxis in Form zahlreicher neuer Klienten_innen wiederspiegeln.

Wolfgang Brandt

PhaEmo®Praxis/ MännerPraxis Hildesheim

www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de

My blog: http://wollinus51.wordpress.com/

Europäische Richtlinien für Tätertherapie – EURIT –

Eurit A5

Oft werden/wurden wir gefragt, was macht ihr eigentlich da? Was ist Gewaltberatung, was ist Tätertherapie?

Hier kommt die Antwort in Form von europäischen Richtlinien, nach denen wir, die Eupax und ihre Mitglieder, arbeiten und was wir unter Gewaltberatung und Tätertherapie verstehen. Im Frühling dieses Jahres hat eine internationale Arbeitsgruppe der Eupax diese Richtlinien in Weyregg(Österreich) erarbeitet und aufgestellt. Nun liegen sie in schriftlicher Form vor.

Vervielfältigung und Kommentare sind ausdrücklich gewünscht.

Gewaltberatung in Wien

In jedem Bundesland Österreichs konnten gewalttätige Menschen Gewaltberatung erhalten – außer in Wien. Ab sofort ist jetzt auch in Wien ein Gewaltberater tätig. Herbert Oswald führt Gewaltberatung in freier Praxis durch. Erreichbar ist er über die Nummer der euline: 0820 – 439 258 (entspricht dem Wort GEWALT auf der Tastatur.)

Wiege der Gewaltberatung

Schneller Schlag

Artikel im Spiegel von 1986 über den Ursprung unseres Arbeitsansatzes.

Interview zum Thema häusliche Gewalt

MännerPraxis Lëtzebuerg (MPL) im Gespräch mit einer Klientin (K):

MPL : Stellen sie sich bitte kurz vor.

K : Ich bin eine Frau, Anfang 30, lebe in einer Beziehung und bin berufstätig.

MPL : Was hat sie zu uns, der EULINE – Täterhotline für gewalttätige Menschen -, geführt?

K : Ich übe meistens verbale Gewalt aus, d.h. ich werde verbal aggressiv, beschimpfe mein Gegenüber und versuche, ihn mit präzisen Aussagen seelische Schmerzen zuzufügen.

MPL : Wer sind diese Menschen?

K : Ich werde nur Erwachsenen gegenüber verbal gewalttätig und nur bei Menschen, die mir nahe stehen, z.B. meine Eltern, mein Partner, meine Geschwister.

MPL : Wie üben sie Gewalt aus?

K : Hauptsächlich handelt es sich um verbale Gewalt, obwohl es auch schon 3-4 Mal zu Ohrfeigen kam.

MPL : Wie wirkt sich dieses Verhalten auf ihr Umfeld aus?

K : Ich glaube nicht, dass die Menschen Angst vor mir haben, sondern es einfach nicht mehr verkraften können, immer wieder von mir verbal angegriffen zu werden. Es ist schon mehrmals passiert, dass diese Menschen sich von mir abgewandt haben, weil sie nicht mehr mit der Situation umgehen konnten.

MPL : Haben sie selbst Gewalt erlebt?

K : Ja, ich habe in mehreren Beziehungen Gewalt von Männern zu spüren bekommen. Es handelte sich in diesen Fällen oft auch um körperliche Gewalt.

MPL : Sehen sie zu sich einen Zusammenhang?

K : Man sollte sein eigenes Verhalten nicht auf andere zurückführen und keinen Schuldigen suchen dafür, warum man so handelt wie man handelt. Jeder ist für sein Handeln zuständig. Trotz allem glaube ich, dass die oben genannten negativen Erfahrungen mein heutiges Handeln mit beeinflusst haben.
Wenn ich verbal aggressiv werde, bin ich eine andere Person; ich handele und überlege erst später die eventuellen Folgen. In dem aktiven Moment möchte ich einfach mein Gegenüber mit Worten verletzten und ihm zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man leidet. Des Weiteren streite ich oft, um herauszufinden, ob dieser Mensch auch in negativen Momenten zu mir steht oder nicht.

MPL : Wie kann ich mir eine typische Situation vorstellen, in der sie ausfallend werden?

Am Anfang der verbalen Attacke empfinde ich meistens Trauer oder Enttäuschung und um diese Gefühle loszuwerden oder nicht alleine damit umgehen zu müssen, werde ich verbal aggressiv und verletzte somit mein Gegenüber. Nachdem sich die Lage beruhigt hat, werde ich mir bewusst, was ich gesagt habe und bereue es. Dann bin ich selbst erschrocken über meine Worte, aber meistens werden dann meine Entschuldigungen nicht mehr angenommen.

MPL : Wollten sie bereits früher dieses Verhalten beenden, haben es aber allein nicht geschafft?

K : Oh ja, das habe ich. Ich habe immer wieder gesagt, ich würde mich ändern und nicht mehr streiten und andere Personen mit meinen Worten verletzten. Ich habe es öfters versucht, aber leider nie richtig geschafft, deshalb hoffe ich, dass ich es dieses Mal mit diesem Therapieansatz schaffen werde, denn ich selbst leide auch unter meinem Handeln.

MPL : Wie sind sie auf uns aufmerksam geworden?

K : Ich habe die Hotline übers Internet kennen gelernt.

MPL : Sind sie mit unserem Angebot zufrieden?

K : Ich habe nur einmal dort angerufen und danach habe ich sofort mit meiner Therapie angefangen.

MPL : Wagen sie eine Prognose, wie es mit ihrem verletzenden Verhalten weitergeht?

K: Ich bin fest davon überzeugt, dass ich es schaffen werde. Natürlich muss ich mich noch weiterhin bemühen, um meine verbale Gewalt in den Griff zu bekommen, aber ich bin guter Dinge.

MPL : Vielen Dank für ihre Offenheit und ihr Einverständnis zur Veröffentlichung. Damit machen sie anderen Menschen Mut, sich ebenfalls Hilfe zu holen.

MännerPraxis Lëtzebuerg
Therapeutische Beratungspraxis für Menschen in Krisen
Schwerpunktthemen: Konflikte – Konfrontation – Gewalt
Grevenmacher(L)
www.facebook.com/MaennerPraxis.Letzebuerg