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Ein männlicher Praktikant im Frauenhaus vermittelt anderes Männerbild

 

Mann kann auch anders  (Artikel in der WAZ vom 21.12.12)

Ein mutiger Versuch, der sich als ein Erfolg herausstellte. Frauenhaus-Leiterin Anne Meiworm: „Wir sind nicht auf einer Insel. Die Frauen sollen Normalität leben und lernen, Aufgaben zu bewältigen.“
Neben dem körperlichen und auch seelischen Schutz der Frauen und Kinder ist dies sicherlich auch ein wichtiger Aspekt: Sie wieder auf den Alltag vorzubereiten und ihnen zu zeigen, dass es weitaus mehr Männer gibt, die  vertrauensvolle, liebevolle, auf gegenseitigem Respekt beruhende Beziehungen zu ihren Mitmenschen pflegen als Schläger. Für die Kinder in dieser Umgebung ist das hinsichtlich ihrer zukünftigen Beziehungsgestaltung von immenser Bedeutung.

Wir gratulieren der Leiterin und den anderen Verantwortlichen für diesen mutigen Schritt!

 
W. Brandt
Gewaltberatung Hildesheim

 

 

3 Kommentare

  1. Markus Kraxberger

    liebe Kollegen,
    ich habe während meiner Studienzeit (vor 20 Jahren) auch in einem Frauenhaus in Österreich als Kinderbetreuuer gearbeitet und dann ein Konzept für die Arbeit von Männern als Kinderbetreuuer in Frauenhäusern geschrieben. Dabei habe ich mich mit den Anfängen der Frauenhäuser beschäftigt und bin auf eine der Gründerinnen gestoßen, Erin Pizzey. Sie hat das erste Frauenhaus im England gegründet und in weitere Folge das Thema häusliche Gewalt sehr differenziert betrachtet, indem Sie auch männliche Opfer unterstützte und sich für die Einbindung von Männer in die Frauenhausarbeit stark machte.
    Ich hoffe es gelingt uns in den nächsten Jahren vom Geschlechterkrieg auszusteigen und uns in Richtung Geschlechterdemokratie zu entwickeln.
    Markus Kraxberger, Linz, Österreich

    1. wb

      Hallo Markus,

      ich stimme deinem Wunsch, endlich aus dem Geschlechterkrieg auszusteigen, von ganzem Herzen zu. Ehrlich gesagt, habe ich es ’satt‘, meine Energien auf diesem Feld zu verschwenden, stoße jedoch im Rahmen meiner Arbeit immer wieder auf Misstrauen und Vorbehalte. M.E. liegt es häufig daran, dass neben einer Art von ideologischer Verblendung und verstecktem Männerhass aufgrund eigener unbearbeiteter Erfahrungen auch das Thema Finanzierung eine wichtige Rolle spielt. Die Angst geht um, dass jede Veränderung, jede Aufweichung des gesteckten Rahmens die Quelle versiegen lassen könnte, aus der sich die eigene Arbeit speist.

      Umso mehr interessiert mich deine Geschichte als Männerbetreuer im Frauenhaus; vor allem auch dein Konzept. Bin neugierig, inwieweit du davon etwas umsetzen konntest bzw. andere dem gefolgt sind!?
      Ich freue mich riesig, wenn du mehr dazu schreiben würdest. Ich kann mir vorstellen, dass auch andere Kollegen_innen davon profitieren könnten.

      Wolfgang Brandt, Hildesheim

  2. Faber Jerry(Gérard)

    Tolle Initiative und ein Schritt in Richtung Auflösung von Polaritäten von Männern und Frauen.

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