Category: Fachliches_Informatives

Vorurteil Trampel und Täter – Radiosendung auf Bayern 2

Die Journalistin Doris Weber hat für einen Rundfunkbeitrag  auf BR 2 in der Reihe ‚Evangelische Perspektiven‘ u.a. auch ein Interview mit unserem Kollegen Hubert Frank, Mainz, geführt. Auszüge aus diesem Gespräch sind in dem u.a. podcast zu hören.

Angesichts der Bestrebungen der eupax, ausgehend von einem ‚Männertelefon‘ kompetente Männerberatung im deutschsprachigen europäischen Raum anzubieten, ist dieser Beitrag insofern interessant, als er auf die bestehenden Problematiken eines ‚verkorksten‘ Jungen- und Männerbildes in der Öffentlichkeit hinweist.

Ankündigungstext:

„Vorurteil Trampel und Täter – 20.07.2014

Das Bild in unseren Köpfen steht fest: Jungen und Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Männer wollen nur das eine. Unfug, sagt Doris Weber: Natürlich sind Jungen und Männer auch Opfer – aber sie sagen es nicht. Männer sind nicht nur Sexmaschinen. Nach Jahrzehnten der Frauenbewegung ist ein Geschlecht vergessen worden. Das liegt den Männern schwer auf der Seele. Und dann ist auch noch das christliche Gottesbild als arg männliche Projektion entlarvt worden. Wann ist ein Mann ein Mann? Ist es Zeit für eine neue Männerbewegung? Vorurteil Trampel und Täter, so ist die folgende halbe Stunde überschrieben.“

http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-evangelische-perspektiven.shtml

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Phaemopraxis Hildesheim

 

eupax Österreich

eupax Österreich ist soeben als eigener gemeinnütziger Träger im Firmenbuch eingetragen worden. So haben wir jetzt in Österreich ein Ansprechpartner und Träger vor Ort!

Gewaltbereite Mädchen und junge Frauen

„Für ein paar Euro: Sie überfallen eine 42-Jährige an einer Tram-Haltestelle, verprügeln sie und treten auf sie ein. Die Frau stürzt ins Gleisbett. Anschließend flüchten die drei 13-jährigen Mädchen.“ (Quelle: Der Tagesspiegel online v. 21.02.2009) .

Dies ist eines von vielen Beispielen, das sich in den Medien findet. Die Gewaltbereitschaft weiblicher Personen steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an und rückt damit auch in den Fokus des öffentlichen Interesses.
Rund 20 Prozent aller Tatverdächtigen sind weiblich – mit steigender Tendenz. Diese Erfahrung machen wir in unserer Gewaltberatungsarbeit schon seit langem. Immer mehr v.a. junge Frauen rufen an und suchen sich Unterstützung, weil sie mit ihrer überbordenden Aggressivität große Schwierigkeiten bekommen und oftmals gewalttätig werden.

Diese Tatsache bedeutet besonders auch für einen großen Teil der Fachöffentlichkeit, sich endlich von einer stereotypen Rollenzuschreibung: Täter = männlich, Opfer = weiblich zu verabschieden, wie wir sie immer wieder in Publikationen finden. Manchmal ist es die Begründung offensichtlich, nämlich dann, wenn es darum geht, Gelder zu requirieren. Der öffentliche Topf wird nicht größer, die Erfordernisse jedoch nehmen zu, und da heißt es, den anderen ’schlecht reden‘, um möglichst nichts von dem bisher zur Verfügung Stehenden zu verlieren. Ein Umstand, der mit fundierten Erkenntnissen nichts zu tun hat, sondern rein polemischer Natur ist.

Die Betroffenen – Männern wie Frauen, Jungen wie Mädchen – benötigen professionelle und kompetente Hilfe, die auf dem Boden fundierter Erkenntnisse, jahrelanger Erfahrungen und umfassender Informationen über die tatsächlichen Hintergründe und Ursachen für Gewalttätigkeiten steht. Nur so können wir diesem eskalierenden Phänomen begegenen – nicht mit billiger Polemik und Selbstsüchtelei.

Wolfgang Brandt

PhaemoPraxis Hildesheim

Eupax Regionale Gewaltberatung Hildlesheim

 

Bilanz eines Seminars zur gewaltfreien Kommunikation (f. Männer) in Steyerberg

Ja, ich war an diesem Wochenende bei einem außergewöhnlichen Treffen (GFK für Männer; http://www.gewaltfrei-steyerberg.de/index.php)  dabei. Noch immer bin ich von den unzähligen, tief greifenden Eindrücken erfüllt und schwelge genussvoll in den Nachwirkungen.

Obwohl ich aus jahrelangen Aus- und Fortbildungen und durch meine Tätigkeit im Bereich der Männerarbeit weiß, wie gefühlvoll und offen Männer sein können, wurde ich hier wieder einmal von einer, im Alltäglichen nicht gewohnten Kontaktfreude, Ehrlichkeit, Sensibilität für sich selbst und für den anderen sowie Offenheit für Neues, Fremdes und Mut in Hinblick auf Annahme und Umsetzung  überrascht.

Auf der Suche nach Gründen für mein Erstaunen stoße ich zum einen auf die überraschend große Vielfalt der beruflichen Herkunft der Teilnehmer; auffallend war, dass die Mehrzahl eben nicht aus pädagogischen oder psychologischen Zusammenhängen kam; es bot sich eine breite Palette an Berufsbildern: vom Fotografen über Elektrotechniker, Selbstständige, Architekten bis hin zu Abteilungsleitern bzw. leitenden Angestellten aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern war alles vertreten. Zum anderen hat mich die Schnelligkeit des ‚Auftauens‘, der Kontaktsuche und –annahme  überwältigt – ein außergewöhnliches Phänomen angesichts dieses unterschiedlichen Spektrums an Lebenswegen und des uns gewöhnlich zugeschriebenen Konkurrenz-Denkens.

Weiter zeigte sich im Laufe des WE, wie ausdauernd wir Männer sein können, wenn wir motiviert sind und durch eine kompetente, aufmerksame  und empfindsame Leitung (Christoph und Bernd) begleitet werden. Wir haben ein beeindruckendes Stoffpensum , das in kompakter, verständlicher und anschaulicher Weise vermittelt wurde, bewältigt und erhielten genügend Zeit zum Üben des Gelernten – zum Teil bis an den Rand der geistigen und physischen Erschöpfung einzelner.  An dieser Stelle könnte man/frau einwenden, wir (Männer!) haben nicht genügend auf unsere Gesundheit geachtet, sind mal wieder über unsere Grenzen ‚gewalzt‘. Ich denke jedoch, dass die intensive Auseinandersetzung mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen sowie der Austausch und die Überprüfung darüber mit den Gruppenmitgliedern immense Kräfte in uns stimuliert haben, die es uns ermöglichten, nicht nur dieses ungewöhnliche Arbeitspensum zu schaffen, sondern anschließend noch bei Bionade, Wein oder Bier in persönliche Gespräche abzutauchen. Und selbst jetzt noch wurden in dem einen oder anderen Gespräch persönliche Probleme verbalisiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht – und gefunden!!! Es versteht sich angesichts des oben Beschriebenen, dass hier der Kontakt untereinander und die im Laufe der Arbeit entstandene Nähe, intensiviert und vertieft werden konnte. Grandios! Das Bild, das von uns Männern in der (medialen) Öffentlichkeit gezeichnet wird, ist – das wurde mir hier wieder bestätigt – verzerrt und undifferenziert.

Ich werde dieses Seminar in Steyerberg mit Christoph und Bernd und meine Erfahrungen mit diesen Männern in meiner persönlichen ‚Schatzkiste‘ aufbewahren und gern darauf zurückgreifen, wenn ich in der ‚Wolfswelt‘ auf Männer stoße, die diesen Weg der inneren Befriedung noch nicht beschritten haben. Und ich hoffe, dass mir dieser Schatz dann so viel Kraft gibt, nicht erst den Umweg über Ärger und Wut nehmen zu müssen, sondern mit Gelassenheit, meiner inneren Friedensbereitschaft und der daraus fließenden Energie und vielleicht sogar mit Liebe agieren zu können. Ein beschwerlicher Weg – sicherlich, aber ein Weg, der sich lohnt.

Für meine berufliche Arbeit – Gewaltberatung/ Tätertherapie/ Aggressions-Coaching – kann ich dieses WE mit den zahlreichen Informationen als einen weiteren Mosaikstein für meine Professionalisierung verbuchen. Vieles war Wiederholung und Festigung von Bekanntem, anderes war mit einem bedeutsamen ‚Aha-Effekt‘ verbunden und schließt eine Lücke, die sich mir in meiner Arbeit mit Klienten_innen aufgetan hatte. Ganz besonders lehrreich für mich war auch die entspannte, lockere und freundliche Art der Begleitung und Führung durch Christoph. Davon will ich mir gern ein ‚Scheibchen abschneiden‘, auch wenn ich weiß, dass mir mein Temperament da den einen oder anderen Streich spielen wird.

Wolfgang

PhaemoPraxis Hildesheim

eupax Regio

Gefühle sichtbar machen!!!

Gefühle sichtbar machen!!!??? – Offenbar ist dies einigen finnischen Forschern gelungen.
Ein Auszug: „Glück durchströmt den ganzen Körper, Stolz nur den Kopf und die Brust. Die Depression lässt den kompletten Leib kalt und schlaff wirken, Traurigkeit bloß die Arme und Beine.“
Finnische Forscher haben detailliert zusammengetragen, wo im Körper sich welche #Emotionen manifestieren.image

(Proceedings of The National Academy of Sciences of The United States of America, online)

Die Forscher haben „mehr als 700 Menschen aus Nordeuropa und Taiwan nach ihren Körperwahrnehmungen befragt. Mithilfe von emotionsgeladenen Wörtern, Bildern, Geschichten und Filmsequenzen riefen die Forscher unterschiedliche Gefühle in den Versuchspersonen wach und baten diese dann, auf einer Zeichnung zu markieren, in welcher ihrer Körperregionen sich Aktivitäten verstärkten oder abschwächten. Angespannte oder erschlaffende Muskeln, steigende oder fallende Hauttemperaturen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag gehörten dazu.“ Jedes Gefühl zeigte ein anderes Aktivitätsmuster an.

Dass diese Muster unabhängig vom kulturellen background der Befragten auftraten, spricht für die biologische Grundlage der Gefühle und ihre Wahrnehmungsweisen.

Wolfgang

Eupax Regionale Gewaltberatung Hildesheim